Ritters Agenda 2020 (26 von 40)

Die Arbeitswelt im Vertrieb wird immer schneller, immer komplexer, immer verrückter. Hier dran zu bleiben und sich dennoch passend zur eigenen Strategie zu entwickeln, verlangt eine Vielzahl verschiedener Fähigkeiten und Talente. In Beratungen und Analysen sehr erfolgreicher Vermittlerunternehmen hat unser Institut festgestellt, dass die meisten dieser herausragenden Betriebe Mitarbeiter verschiedener Generationen unter einem Dach vereinen. In den meisten Fällen sind drei, mitunter sogar vier Generationen gemeinsam am Werk.

Alternativ hierzu gibt es natürlich auch Vermittlerbetriebe, in denen ausschließlich Mitarbeiter sämtlich einer Generation angehören. Oft ist hier sogar der größte Teil des Kundenbestandes im gleichen Alter. Häufig hat man identische Interessen und wird gemeinsam alt. Das Ganze klingt harmonisch, ist aber nur in seltenen Fällen von herausragendem Erfolg gekrönt. Ein paar wenige Ausnahmen bestätigen ganz sicher diese scheinbare Regel.

 

Der-Mehr-Generationen-Vermittler

Beides sind sicher extreme Beispiele. Welches eher auf Sie zutrifft, können nur Sie entscheiden. In den nächsten Jahren wird sich der Trend zum Mehr-Generationen-Betrieb weiter verstärken. Hier verbinden sich Erfahrungsschatz und Beständigkeit der reiferen Generation (ab 55 aufwärts) mit der Veränderungsbereitschaft und Experimentierfreude der jungen Wilden (unter 25). Selbstverständlich wird das Unternehmen ergänzt um die anderthalb Generationen dazwischen, die mit Schaffenskraft und Wachstumswillen den Wagen vorantreiben.

Sicher ist die Altersaufteilung, die ich hier gewählt habe, mehr als diskussionswürdig. Mir geht es jedoch weniger um eine exakte Altersabgrenzung, sondern mehr um den grundsätzlichen Gedanken dahinter. Mehrere Generationen bringen derart viel unterschiedlichen Wert in ein Unternehmen ein, dass es nahezu töricht wäre, hierauf zu verzichten. Toleranz und gegenseitiges Verständnis sind selbstverständlich das Fundament für ein derart funktionierendes Getriebe. Zudem sollten unterschiedliche Meinungen ausdrücklich nicht verboten sein.

 

Die reifere Generation

Jede Altersgruppe bringt einem Unternehmen ganz eigenen Nutzen. Hier ist die reifere Generation besonders wertvoll. Die etablierte Fraktion

  • bringt fachliches Know-how und oft viele Jahrzehnte Erfahrung ein,
  • verleiht dem Betrieb Kraft und durch ihre Seniorität gegenüber bestimmten Kundengruppen zusätzliche Überzeugungsstärke,
  • wirkt oftmals ausgleichend, weil sie in ihrem Leben und Berufsalltag bereits viel erlebt hat.

 

Die mittlere Generation

Die Generation in der Sandwich-Position ist in vielen Fällen – das muss so nicht sein – diejenige mit Führungsverantwortung. Diese Generation

  • ist in der Blüte ihrer Entwicklungskraft mit großem unternehmerischen Wachstumswillen aktiv,
  • hat die Newcomer-Phase längst hinter sich und kann auf Augenhöhe mit allen beruflichen Ansprechpartnern interagieren,
  • ist bereit, Zeit und – je nach Möglichkeit – auch Geld in den eigenen Vermittlerbetrieb zu investieren.

 

Die nachwachsende Generation

Für unternehmerischen Erfolg ist Erfahrung nicht alles. Oft bringt das Know-how der bereits etwas Älteren mit sich, dass man mit Vorurteilen und leicht eingeschränkter Sicht auf die Dinge blickt. Deshalb ist Nachwuchs eines Vermittlerbetriebs so wertvoll, selbst wenn den Etablierten manche Idee suspekt und mehr als weltfremd vorkommt. Die junge Generation

  • sorgt dafür, dass das eigene Unternehmen nicht von der Weiterentwicklung unserer Zeit abgeschnitten wird,
  • bringt Ideen ein, wie die zunehmende Zahl von Kommunikationskanälen ertragreich genutzt werden kann,
  • stellt sicher, dass der Betrieb auch für nachwachsende Generationen als kompetenter Begleiter hoch attraktiv ist und bleibt.

 

Ich bin mir bewusst, dass dieser Punkt in meiner Agenda nicht nur auf Zustimmung stößt. Letztlich gibt es sehr erfolgreiche Vermittlerunternehmen, die ohne Blick auf die Generationenvielfalt einmalige Erfolge erzielen. Deshalb bitte ich Sie zu überlegen, inwieweit es für Sie und Ihre individuelle Situation wertvoll sein kann, dieses Thema auf Ihre eigene Agenda zu nehmen.

Die Alterspyramide in Deutschland, Österreich und der Schweiz sollten Sie bei Ihren Entscheidungen ebenso im Auge behalten wie die immer weiter zunehmende Digitalisierung in den Vermittlerbetrieben. So können immer mehr ältere Kunden verstärkt auch von reiferen Beratern begleitet werden, die immer intensiver auch digital geprägte Vertriebswelt verlangt unter Umständen Know-how der jüngeren Generation.

Entscheiden Sie, ob Sie in Ihrer persönlichen Agenda 2020 Ihr Unternehmen zum Mehr-Generationen-Betrieb entwickeln!

 

Viele Grüße, heute aus dem Institut Ritter,
Ihr/Euer Steffen Ritter

 

PS. Aktuelle Trainings von uns gibts hier.

 

 

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