Ritters Agenda 2020 (27 von 40)

Es gab ihn schon immer, den Tag der offenen Tür. Ziel eines solchen Events, bei dem die Räumlichkeiten eines Unternehmens für Kunden und auch Nicht-Kunden geöffnet sind, ist, Außenstehenden die Möglichkeit zu gewähren, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Bei Häppchen und Getränken lernen Kunden einen Betrieb und seine Mitarbeiter am Ort des Geschehens, quasi am „Point of service“, kennen. Manchmal werden Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten erklärt. Fast immer werden Beziehungen gestärkt, es entsteht Vertrauen.

Anlässe dieser Art machen Unternehmen transparent. In den nächsten Jahren wird dieses Thema, die von Firmen gezeigte Transparenz, eine immer stärkere Rolle spielen. Grund ist die zunehmende Komplexität in der Arbeitswelt.

Grund ist aber auch die immer stärker werdende Anonymisierung interner Prozesse. In dieser Entwicklung schafft Transparenz Vertrauen. Selbst bei Banken, in denen sich Mitarbeiter noch bis vor wenigen Jahren stets hinter Schaltern versteckt haben, sind bei der Filialgestaltung immer häufiger offene Beratungsplätze zu finden. Vermittlerbetriebe waren in dieser Frage schon immer ein Stück voraus. Abschottung dieser Art war noch nie ihre Sache.

Letztlich geht es darum, Kunden für das eigene Tun zu interessieren.

Facebook ist kein Vertriebskanal, Beitrag von Steffen Ritter

 

Heißt online auch anonym?

Heute tickt die Welt zunehmend online, immer öfter finden auch Kontakte zwischen Unternehmen und Kunden online statt. Das macht die Kommunikation im Zweifel noch anonymer. Es sei denn, man steuert gegen. Denn zugleich mehren sich auch die Möglichkeiten für Unternehmen präsent und transparent zu sein. So könnte ein Tag der offenen Tür heute theoretisch täglich stattfinden.

In der Beraterpraxis ist zu beobachten, dass Vermittler mit den Möglichkeiten, die heute gegeben sind, sehr unterschiedlich umgehen. Letztlich geht es darum, Kunden Einblick in die eigene Arbeit zu gewähren, sie für das eigene Tun zu interessieren und damit Vertrauen aufzubauen und zu stärken.

Allerdings müssen Vermittlerbetriebe berücksichtigen, dass sie mit ihrer Beratung für Kunden ein äußerst sensibles Thema bedienen. Genauso wichtig wie Vertrauen ist zugleich Vertraulichkeit. Des Weiteren ist die Reputation eines Vermittlers ein wertvolles Gut und nicht zu vernachlässigen, wenn es um die Online-Präsenz von Inhaber und Mitarbeitern geht.

Auf den Onlineplattformen und in den Social-Media-Kanälen wird Transparenz heute unter anderem durch Statusmitteilungen, aktuelle Bilder und Videos vermittelt. Zunehmend werden auch Live-Videos eine Rolle spielen.

Die heutige Online-Transparenz hat eine um ein Vielfaches multiplizierbare Wirkung.

 

Sich ein Bild machen

Einigen erscheint das alles immer noch reichlich suspekt. Wer sich aber zurückerinnert – früher ging es am Tag der offenen Tür letztlich auch um nichts anderes als um die Fragen:

  • Was machen wir gerade?
  • Wo und wie arbeiten wir?

Kunden konnten sich ein Bild vor Ort machen. Nicht mehr, nicht weniger. Es war lediglich sehr viel persönlicher, keine Frage. Im Unterschied zu damals hat die heutige Online-Transparenz wiederum eine um ein Vielfaches multiplizierbare Wirkung.

Heute kann durch „liken“ und teilen – also lediglich per Klick – eine Empfehlung ausgesprochen werden. Dabei kann es sowohl um das neugierig Machen und Gewinnen von Kunden als auch von Mitarbeitern gehen. Genauso verankern Sie sich und Ihr Unternehmen auch bei Ihren bestehenden Kunden immer fester. Beachten Sie aber stets die ganz besondere Vertraulichkeit Ihrer Arbeit als Vermittler.

 

Social Media ist kein reiner Vertriebskanal

Sicher ist die Kommunikation über Online-Kanäle nicht so persönlich wie früher, deshalb ist die Verbindung beider Welten am Ende auch so wertvoll. Nachfolgend ein paar beispielhafte Anlässe von Vermittlern, die mit diesen Themen ihr Unternehmen erfolgreich online promoten.

  • Mitarbeiter haben mit großem Erfolg eine Prüfung abgelegt.
  • Die Öffnungszeiten wurden zur Bearbeitung von Hagelschäden vorübergehend bis 22.00 Uhr verlängert.
  • Externe Weiterbildung oder interne Schulungsmaßnahmen.
  • Renovierung der Räumlichkeiten für eine noch bessere Beratungsatmosphäre.
  • Ein Link zu eigenen Veröffentlichungen in der Presse wurde gesetzt.
  • Weiterer Ausbau des Teams, neue Mitarbeiter im Kundenservice.
  • Neue Beratungssoftware ist mit großem Erfolg im Einsatz.

Wie im Unternehmerleben sonst, galt und gilt auch hier: Alles kann, nichts muss. Es sind nur Beispiele. Meine Empfehlung ist lediglich: Missbrauchen Sie die neuen Medien nicht als reinen Vertriebskanal. Wer als Empfänger von Botschaften laufend in Ihnen „den Verkäufer schreien hört“, der wird sich irgendwann vor Ihnen und vor Ihrem Betrieb schützen.

Berichten Sie stattdessen über Ihre Arbeit. Aber nochmals: Beachten Sie die Vertraulichkeit Ihrer Arbeit als Vermittler!

 

Ein Bild schaffen

Ein letztes Beispiel: Wenn Sie – wie immer montags – auf den Tresen im Empfangsbereich Ihres Büros frische Blumen stellen, dann könnte Ihnen auch dieser Strauß mit kurzem Text ein Bild wert sein. Vielleicht mit der Aufforderung: „Wenn Sie unsere Montagsblumen einmal live sehen wollen – einfach vorbeikommen“.

All das vermittelt ein Bild von Ihnen, von Ihrer Arbeit, von Ihrem Unternehmen. All das erscheint auf den ersten Blick völlig banal. Aber es schafft Vertrauen.

 

Viele Grüße
Ihr/Euer Steffen Ritter

 

PS.

Um nicht missverstanden zu werden: Sicher kann über Facebook erfolgreich Vertrieb gemacht werden. Und zwar dann, wenn der Nutzen sehr präsent, also unüblich stark im Vordergrund steht, wenn etwas überraschend ist oder Neugier auf sehr viel mehr macht und Kunden dann später kaufen.

Social Media ist – wenn es hervorragend gemacht wird – sowohl spontan als auch intelligent. Eigentlich wie richtig gute Verkäufer auch …

Übrigens, mehr Know-how auch dazu gibts u.a. beim Unternehmertag am 1. Juni 2016 in Göttingen, viele Trainer unseres Instituts sind vor Ort. Hier sind alle Infos:

2016-06-01 Unternehmertag, Göttingen

 

 

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