Ritters Agenda 2020 (37 von 40)

Manchem Unternehmer und manch einem Vermittler kommt es so vor, als ob die Zeit heute schneller vergehen würde als früher. Dieser Eindruck kann durchaus entstehen, nahm doch die zeitliche Taktung in unserem eigenen Berufsalltag in den letzten Jahren stetig zu.

Zugleich werden die Phasen zwischen anstehenden Veränderungen auf verschiedensten Feldern immer kürzer. Da kann schon einmal der Eindruck entstehen, dass halbe Jahrzehnte vergehen, und es war nur ein knappes Jahr.

 

Verändertes Kundenverhalten

Konzentriert man sich beim Gedanken an Veränderungen auf die eigene Kundenarbeit, kommt sehr schnell das geänderte Verhalten von Kunden ins Spiel; etwa was die Kanäle der Erreichbarkeit oder den hybriden Kunden betrifft.

Eine anfangs – noch in Mitte der 2000er-Jahre – sehr skeptische und defensive Haltung gegenüber neuen Kommunikationskanälen hat sich mittlerweile gewandelt. Vermittler stehen diesen heute viel offener gegenüber als früher.

 

Lohnen sich die sozialen Medien?

Inwieweit es sich lohnt, in Social Media vertreten und über diese Kanäle für Kunden präsent und erreichbar zu sein, lässt sich trefflich diskutieren. Meiner Erfahrung nach geht es dabei um reine Vertriebswirkung. Signifikante auf diese Medien zurückzuführende steigende Umsätze lassen sich nur in wenigen Fällen verzeichnen. Zunehmende Kundenbindung, eine bessere Präsenz beim Kunden, eine – damit oft erreicht – auch stärkere Nähe zum Gegenüber lassen sich hingegen feststellen.

Die neuen Kanäle bringen selbstverständlich auch administrative Herausforderungen mit sich. Kommentare wollen gelesen und beantwortet werden. Und das Ganze sehr professionell, schließlich ist die Kommunikation öffentlich. Persönliche Nachrichten wollen bearbeitet werden, genauso pünktlich, wie auch sonst Mails, Anrufe, Briefe et cetera. Mehr Arbeit ist die Folge, organisiertes Vorgehen unumgänglich.

Ich kenne viele Vermittler und auch Dienstleister, die mir noch heute stolz am Rande von Veranstaltungen berichten: „Wir sind jetzt auch bei Facebook!“, nur um einmal das (noch) präsenteste Netzwerk zu benennen. Hier gilt es nun sicherzustellen, dass das eben Benannte professionell realisiert wird, eine gewisse Präsenz den Auftritt mit Leben erfüllt und damit letztlich zum Ziel führt.

 

Die Kanäle verändern sich (weiter)

Empfehlenswert ist es dennoch, wachsam zu bleiben. Entscheidend ist die Frage, wo sich die eigenen Kunden tummeln, welche Netze und Kanäle die eigenen Kunden favorisieren. In der analogen Welt würden Unternehmer sicher auch nur auf den Marktplätzen einen Stand errichten, bei denen sie annehmen, dass es sich lohnt und die richtigen Personen vorbeikommen.

Vermittler haben bei ihren Entscheidungen sehr oft die Kunden von heute im Blick. Die Kunden von morgen sind häufig deutlich weniger im Fokus. Doch der Nachwuchs favorisiert bereits heute ganz andere Medien als die reiferen Generationen. Während sich diese mit Xing, Facebook & Co. schon recht modern vorkommen, ist der Nachwuchs oft bereits woanders unterwegs.

Ob für die jüngere Generation in späteren Jahren diese Old-School-Netze doch noch interessant werden, ist aufgrund fehlender Erfahrungswerte noch offen. Heute spielen für die Generation Y und Z eher Instagram, Snapchat und andere, oft kleinere Netzwerke eine Rolle.

 

Präsent bleiben

Sie müssen als Vermittler natürlich nicht überall dabei sein. Denn jedes Netz verschlingt erneut Kapazitäten und Arbeitszeit. Ihre Erkenntnis von gestern, dass Sie einmal in diesem oder jenem Kanal aktiver werden müssten, kann morgen schon veraltet sein. Das heißt jedoch nicht, dass sie zu einem früheren Zeitpunkt falsch war.

Seien Sie präsent, bleiben Sie präsent. Beobachten Sie neugierig, wo genau Ihre Kunden von heute, aber auch von morgen und übermorgen unterwegs sind. Und justieren Sie dann immer wieder nach – strategisch klug und eben nicht nur für heute. Sondern auch für übermorgen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, schöne Weihnachstage und ein rundum gelungenes Jahr 2017! Bis bald wieder hier im Ritterblog …

 

Viele Grüße
Ihr/Euer Steffen Ritter