Unternehmer, die zu Beginn alles allein machen, haben in späteren Jahren oft das Problem, Aufgaben abzugeben. Das hat verschiedene Ursachen. Hier sind die fünf am häufigsten genannten Gründe.

  • Es wäre ja töricht, die Aufgaben und Abläufe, in denen ich erstklassiges Know-how entwickelt habe, abzugeben.
  • Die Kunden haben Vertrauen zu mir aufgebaut. Das enttäusche ich, wenn ich Arbeiten weitergebe.
  • Wenn ich alle Aufgaben selbst erledige, kenne ich die Qualität. Sonst nicht …
  • Die Abstimmung mit Mitarbeitern kostet nur Zeit. Bis ich das Alles erklärt habe … Da bin ich allein schneller.
  • Wenn ein Mitarbeiter mal ausfällt, weiß ich nicht mehr, was Sache ist. Dann bin ich zu lange raus.

So spricht eigentlich alles dagegen, Aufgaben abzugeben. Abgesehen vom eigenen Wohlfühlen in den gewohnten Abläufen steht scheinbar auch die Qualität auf dem Spiel …

Genau so denken alle, die ihre unternehmerische Entwicklung für beendet erklären. Kein Weg führt am Abgeben von Aufgaben vorbei! Und mit jedem Entwicklungsschritt sollten Sie weitere Aufgaben abgeben. Hier liegt auch der eigentliche Sinn eines Unternehmers: Er schafft Beschäftigung, statt nur selbst beschäftigt zu sein.

Um zu vermeiden, dass Sie abhängig von Ihren Mitarbeitern werden, sollten alle Aufgaben, die Sie abgeben, schriftlich fixiert werden. Erst dadurch sichern Sie Ihrem Unternehmen die Erfüllungsqualität, die Sie sich (zu Recht) vorstellen. Ihr Mitarbeiter hat nun die Aufgabe, sämtliche Veränderungen und Erfahrungen, die sich in der weiteren Erledigung dieser Aufgabe ergeben, ebenfalls zu erfassen. So vermeiden Sie Hoheitswissen eines Mitarbeiters, so vermeiden Sie Abhängigkeit von Ihren Mitarbeitern! Stattdessen behält Ihr Unternehmen (statt allein Ihr Mitarbeiter) das Know-how aller Aufgaben und Abläufe.

Die ERMUTIGENDE Antwort

Nochmal: Kein Weg führt am Abgeben von Aufgaben vorbei. Die befürchtete Abhängigkeit entsteht nur dann, wenn Sie Ihre Mitarbeiter Aufgaben ohne System erfüllen und hinzu kommendes Know-how nicht festhalten lassen. Natürlich lernt ein Mitarbeiter auch ohne Erfassen seine Aufgaben immer besser kennen. Aber eben nur er! Es lernt der Einzelne, es lernt nicht Ihr Unternehmen!

Auch wenn es auf den ersten Blick wenig nach Vertrieb, dafür umso mehr nach Behörde und vor allem nach Zeitverschwendung aussieht: „Verschriftlichen“ Sie die wichtigsten Aufgaben Ihres Vermittlerbetriebs! Sorgen Sie dafür, dass auch nach dem ersten Fixieren die Beschreibungen nicht wieder (und für immer) weggelegt werden. Machen Sie Ihre Mitarbeiter für die Pflege ihrer Aufgabenbeschreibungen verantwortlich. Das sollte ebenfalls eine zu erledigende Aufgabe sein.

Erst und allein damit machen Sie sich unabhängig von Einzelnen. Und das Schöne ist: Es geht!

Viele Grüße aus Halle/Saale
Ihr Steffen Ritter

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