Ritters Agenda 2020 (31 von 40)

Dass die Geschwindigkeit in der heutigen Berufswelt zugenommen hat, steht außer Frage. Steigende Anforderungen, kürzere Reaktionszeiten, permanente Veränderungen – die Arbeit eines Vermittlers ist komplexer und vor allem anspruchsvoller geworden. Hinzu kommt – wie immer schon – der laufende Geschäftsdruck, dem sich jeder Unternehmer zu stellen hat.

Entscheidend anders im Vergleich zu noch vor zehn Jahren ist eine oftmals permanente Erreichbarkeit. Viele Vermittler im deutschsprachigen Raum haben in den letzten Jahren eine Vielzahl an Zusatz-Kommunikationskanälen für ihre Kunden geöffnet. Technische Entwicklungen machten es möglich, feste Erreichbarkeit und Arbeitszeiten verschwammen zunehmend.

Während noch vor einigen Jahren nur Existenzgründer ihren Kunden ein „Ich bin 24 Stunden für Sie da, Sie können mich jederzeit anrufen!“ entgegen schmetterten, ist dies mittlerweile zum Problem der halben Branche geworden. Immer auf Empfang ist die Devise.

 

Kundenorientierung kann bedenklich werden

Was auf den ersten Blick sehr kundenorientiert und servicefreundlich daher kommt, kann auf den zweiten Blick sehr bedenklich werden. Folgende Gründe sind, resultierend aus den Beratungserfahrungen des Instituts Ritter, hierfür maßgebend.

  • Die zunehmende Entgrenzung von Arbeitszeit und Arbeitsraum führt schrittweise, anfangs oft unbemerkt, zur Überlastung. Mangelnde Konzentration ist die Folge.
  • Jeder Kundenkontakt ist natürlich wertvoll. Aufgrund der Masse und der fehlenden Konzentration werden Vermittler und deren Mitarbeiter jedoch schnell zum reinen Erfüllungsgehilfen ihrer Kunden. Sie arbeiten rein reaktiv, ohne dass sie die Kontaktchancen bewusst nutzen.
  • Der Wert der eigenen Arbeitszeit wird immer weniger bewusst wahrgenommen. Eigene Dienstleistung wird mitunter verschenkt. Der Ertragsfokus vieler Kundenbeziehungen geht verloren.

 

Service kann zur Ertragsfalle werden

Unterm Strich stellen wir in unseren umfangreichen Beratungen fest, dass operative Hektik, dass schnelles Erfüllen jedes Kundenwunsches, dass jederzeitige Erreichbarkeit die ertragsbewusste Zusammenarbeit mit Kunden am meisten behindern. Man ist letztlich nur noch bestrebt, alles möglichst schnell abgearbeitet zu haben. So wird das hehre Ziel erstklassigen Kundenservices schnell zur Ertragsfalle.

Es ist heute wichtiger denn je, der permanenten beruflichen Anspannung Pausen gegenüber zu stellen. Neben dem selbstverständlichen Blick auf die Gesundheit wird dies auch unternehmensstrategisch immer bedeutsamer.

Nur in derartigen Auszeiten können Vermittler noch reflektieren, inwieweit das eigene Vorgehen im Geschäftsalltag die Strategie der Firma unterstützt. Zudem können eigene Arbeitsabläufe auf die sich ständig weiter entwickelnden Gegebenheiten angepasst werden. Der Bedarf, genau dies zu tun, nimmt parallel zur Geschwindigkeit der Veränderungen zu.

 

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(C) Katharina Wieland Müller / pixelio.de

 

Zeitweise vom Tagesgeschäft fernhalten

Aktueller Erfahrungswert der Entwicklungstage des Instituts Ritter auf Rügen – quasi ein Beispiel für eine dreitägige Auszeit von Vermittlern – ist, dass acht von zehn Vermittlern nach einem derartigen Überarbeiten und Durchdenken aller Abläufe steigende Ergebnisse im Vertrieb bei sich messen.

Folgende Formen einer derart wertvollen Auszeit sind denkbar.

  • einmal pro Jahr als Inhaber fern vom Berufsalltag allein oder in Gruppe die eigene unternehmerische Arbeit durchdenken
  • einmal pro Jahr im Team per Strategie-Meeting die eigenen Arbeit komplett auf den Prüfstand stellen
  • einmal pro Woche als Inhaber drei Stunden komplett vom Tagesgeschäft fernhalten und an der eigenen Firma arbeiten
    Zeiten der Nicht-Erreichbarkeit festlegen

Neben diesen beispielhaften Ritualen ist mindestens genauso wichtig, Tag für Tag Auszeit vom spannenden Beruf des Vermittlers zu nehmen.

Das heißt, Zeiten der tatsächlichen Nicht-Erreichbarkeit und des Nicht-Mail-Lesens festzulegen und einzuhalten. Und dies auch dann, wenn die Neugier und das eigene Engagement eigentlich anders entscheiden würden.

Wer den Wechsel von Anspannung und Entspannung im Griff hat beziehungsweise in den Griff bekommt, kann umso länger und zunehmend erfolgreicher – auch im positiven Stress der heutigen Zeit – in der schönsten Branche der Welt seine Kunden begleiten.

 

Viele Grüße
… und – passend zum Thema – nun die 2016er Ritterblog-Sommerpause

Ihr/Euer Steffen Ritter

 

PS. Zwischenzeitlich am besten Nägel mit Köpfen machen … und zum BEST OF Vertrieb 2016 anmelden! Ein einmaliger Tag, der ganz sicher ausverkauft sein wird.

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