Die Gründe sind oft vielfältig. Deshalb möchte ich mich zu Beginn dem Begriff „Qualität“ widmen.

Viele Vermittler arbeiten mit einem hohen Grad an Perfektion, allerdings mit einer jeweils sehr eigenen Perfektion. Damit meine ich, dass jeder seine sehr hohen, individuellen Qualitätsansprüche hat, an denen er die Leistungen anderer bemisst. Dieser Anspruch spielt sich in verschiedenen Ebenen oder Themengebieten ab. Folgende sind mir bislang verstärkt aufgefallen:

  1. Orthografische Perfektion
    Alle Unterlagen, die nicht den zwölften Korrekturlauf hinter sich haben, gehen gar nicht. Deshalb läuft jeglicher Schriftverkehr über Sie …
  2. Fachliche Perfektion
    Jede Vertriebsaktivität geht über Ihren Tisch, schließlich stehen Sie für die Fachkompetenz ein …
  3. Optische Perfektion
    Alle Unterlagen, die optisch nicht nach DIN „XY“ oder dem Corporate Design „Z“ erstellt sind, gehen gar nicht …
  4. Rhetorische Perfektion
    Jegliche Kommunikation, die nicht 100 Prozent identisch Ihrem Vorgehen und Ihrem Sprachgebrauch ist, ist zweitklassig und zu vermeiden …
  5. Service-Perfektion
    Jegliches Vorgehen im Kundenservice und der Schadensbearbeitung hat über Ihren Tisch zu gehen, um 1b-Qualität zu vermeiden. Und außerdem ist es Ihr Betrieb …

Das sind nur fünf Beispiele. Sie erklären aber schon etwas, worum es geht. Jeder der fünf Beweggründe steht für Qualität. Jeder Aspekt ist maßvoll ausgeprägt eine wichtige Stärke. Wenn eine dieser Stärken aber übertrieben wird, mutiert sie zur Schwäche. Dann werden Sie, der Perfektionist zum „Flaschenhals“, Sie werden zur Bremse Ihres Wachstums.

Sind Ihre Ansprüche, ist Ihr Streben nach Perfektion (betriebswirtschaftlich) auch sinnvoll?

Wenn Ihre Mitarbeiter Ihren Ansprüchen nicht gerecht werden, überprüfen Sie auch einmal Ihre Ansprüche. Der „Formulierungsperfektionist“ braucht zum Beispiel 30 Minuten für einen Kundenbrief und feilt danach nochmals 70 Minuten an allen Formulierungen. Eventuell hätten aber 45 Minuten Einsatz insgesamt auch gereicht und den Kunden zutiefst zufrieden gestellt?

Können Sie Ihre Ansprüche besser beschreiben und vermitteln?

Wenn Ihr Anspruch unveränderlich gesetzt ist: Wie können Sie ihn besser kommunizieren? Vielleicht können Ihre Mitarbeiter Ihren Erwartungshaltungen gar nicht gerecht werden, weil sie diese gar nicht oder nur unklar kennen, weil Ihre Ansprüche irgendwie nicht greifbar sind. In diesem Fall haben SIE die Aufgabe, zu verdeutlichen, worum es Ihnen geht. Im Idealfall entwickeln Sie Standards, Vorlagen, Ablaufschemas, an denen sich Ihre Mitarbeiter orientieren können.

Die finale Antwort FÜR ERTRAGREICHE ZUSAMMENARBEIT

Bedenken Sie immer, worum es geht. Verlieren Sie Ihr Ziel eines produktionsstarken, ertragreichen Vermittlerbetriebs nicht aus dem Auge.

Eventuell erschwert Ihre Perfektion, lähmen Ihre Ansprüche sogar die Weiterentwicklung Ihres Unternehmens. Dann sollten SIE die Stärke haben, Ihre Herangehensweise kritisch in Frage zu stellen.

Eventuell ist Ihr Herangehen aber auch der Verursacher Ihres Erfolgs. Dann sollten Sie dafür sorgen, dass Ihren Mitarbeitern klar wird, dass sie verstehen, wie genau sie vorgehen sollen. Je mehr Sie dabei per System standardisieren können, umso besser wird es Ihnen gelingen.

Viele Grüße
und ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Ihr Steffen Ritter

Am Montag nächster Woche beantworte ich eine Frage, die – zumeist anfangs nebenbei – fast in jeder Einzelberatung eine Rolle spielt:

Meine Arbeit frisst immer mehr mein Privatleben auf. Wie kann ich das verhindern?

Wie ist es bei Ihnen?

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