Schwierige Frage. Es kommt natürlich sehr stark auf Ihre Ansprüche an. Vorab muss insofern definiert werden, was heißt eigentlich „sich lohnen“?

Ihr Vermittlerbetrieb sollte Ihnen auf Sicht ermöglichen, Ihre privaten Ausgaben durch einen passenden Unternehmerlohn zu tragen. Die Anzahl Ihrer Kunden, die Größe Ihres Bestandes etc. sind hierbei nur bedingt entscheidend. Nähern wir uns dem Ganzen deshalb über die nackten Zahlen.

Ein Unternehmer, der alle betrieblichen Ausgaben und darüberhinaus seinen privaten Bedarf plus steuerlicher Verpflichtungen abdecken kann, erzielt als Resultat eine schwarze Null. Das heißt, nach allen (betrieblichen und privaten) Ausgaben bleibt nichts übrig.

Dennoch könnte es sein, dass in den Privatausgaben die schrittweise Abzahlung des eigenen Drei-Familien-Hauses, mehrere Ansparpläne in verschiedenen Anlagerichtungen sowie die Finanzierungsraten für die Ferienwohnung auf Sylt enthalten sind. „Sich lohnen“ kann (sollte?) auch bedeuten, dass nach allen Ausgaben eine richtig satte Rendite verbleibt, mit der Sie private oder betriebliche Vermögenswerte aufbauen können. Wie viel Rendite Sie sich vorstellen, kann durchaus unterschiedlich sein. Fünf Prozent vom Umsatz, 250 Euro pro Woche, 3.000 Euro pro Monat? Deutlich mehr?

Erst nach dieser persönlichen Bedarfs- oder auch Anspruchsanalyse werden Sie erkennen, ob Sie mit Ihrem Vermittlerbetrieb dies „bieten können“, ob sich das Ganze also unter Ihren ganz persönlichen Voraussetzungen „lohnt“.

Ich kenne Vermittler, deren Anspruch sehr, sehr niedrig ist. Deren Nachbarn, Bekannte und Verwandte leben von 700 Euro monatlich. Wenn deren Selbständigkeit einen Gewinn nach Steuern von 1.200 Euro monatlich bringt, sind diese sehr zufrieden. Mancher kann oder will sich gar nicht mehr vorstellen, es fehlen auch Mut und Wille zum unternehmerischen Wachstum.

Ich kenne andere Vermittler, die bewegen sich ausschließlich im Kreise extrem gut verdienender Freiberufler und Selbständiger. Allein deren Bedarf an privatem Lebensunterhalt übersteigt deutlich die Gesamteinnahmen des zuvor beschriebenen. Die Lage des repräsentativen Büros, die Größe des imagegeladenen Autos, der Aufwand für exzellent ausgebildete Mitarbeiter verlangen Ihr Übriges. Bevor hier alle Ausgaben gedeckt sind und Rendite anfängt, dauert es einen Tick länger …

Die Antwort ZUM DENKEN, RECHNEN UND PLANEN

Ziehen Sie sich einmal zurück und planen Sie, welche Ausgaben Sie abdecken müssen und welche Ausgaben Sie abdecken wollen.

Seien Sie aber nicht schon dann zufrieden, wenn Sie alle Ausgaben abdecken können! Denken Sie größer! Ihr Vermittlerbetrieb sollte etwas abwerfen! Erst dann „lohnt“ sich Unternehmertum richtig. Planen (und realisieren!) Sie im Anschluss konsequent die Aktivitäten, die erforderlich sind, um Ihre ansprechenden Ziele zu erreichen.

Viele Grüße aus Berlin
Ihr Steffen Ritter

PS.
Wir haben noch drei Plätze unserer Entwicklungstage auf Rügen vom 24. bis 26. September 2009 frei.

  • Haben Sie als Selbständiger Interesse mit Ihrem Vermittlerbetrieb den nächsten großen Schritt zu gehen?
  • Haben Sie als betreuende Führungskraft Interesse, eventuell zusammen mit einem oder zwei Vermittlern teilzunehmen, um diese nachher kompetent weiter bei der Umsetzung begleiten zu können?

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