Finanzdienstleister, Versicherungsagenturen und Versicherungsmakler sind sehr verschieden. So ist es nahezu unmöglich, alle und jeden über einen Kamm zu scheren. Deshalb bitte ich Sie, meine nachfolgenden Empfehlungen zu Ihrer Betriebsausgabenquote mit Vorsicht zu genießen. Dennoch empfehle ich Ihnen, prüfen Sie – angeregt durch diesen Beitrag – einmal Ihre Quote, schauen Sie in Ihre Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) oder sprechen Sie mit Ihrem Berater. Insbesondere die Veränderung Ihrer Betriebsausgabenquote über die Jahre sollten Sie im Auge behalten, es könnte sein, dass Sie den gleichen Ertrag mit immer höheren Aufwand erzielen, sich den gleichen Gewinn also immer teurer „einkaufen“.

Warum kann man Vermittler, Agenturen, Makler und Finanzdienstleister nicht pauschal vergleichen? Es gibt mehrere Gründe, die fünf wichtigsten sind …

  • … die unterschiedliche Spartenkonzentration der Betriebe. Sach-/Kompositlastige Vermittler haben ganz andere Anforderungen als rein auf das Personenversicherungsgeschäft fokussierte Vermittler.
  • … die unterschiedlichen Betreuungskonzepte und Servicelevels der Betriebe. Wer seinen Kunden im Verlauf der Betreuung exzellenten, proaktiven Service bietet, muss diesen – insbesondere via Personalkosten – natürlich bezahlen.
  • … die unterschiedlichen Regionen, in denen die Betriebe ansässig sind. Im Stadtgebiet von München fallen andere Ausgaben (z.B. für Geschäftsräume oder Mitarbeiter) an, als im ländlichen Sangerhausen.
  • … die unterschiedliche Zielgruppenausrichtung der Betriebe. Vermittler mit ausschließlich Privatkunden haben zumeist ein anderes Vorgehen im Vergleich zu Firmen mit nur gewerbetreibenden Kunden.
  • … die regionale Ausdehnung der Betriebe. Vermittler, die nur im Umkreis von 20 Kilometern arbeiten, haben andere Ausgaben im Vergleich zu Betrieben, die deutschlandweit aktiv sind.

Natürlich gibt es noch weitere Gründe, warum die nachfolgenden Quoten auf Sie nicht passen. Wenn Sie Ihre Gewinnermittlung inklusive der einzelnen Ausgabenpositionen einmal durchsehen, fragen Sie sich stets nach der strategischen Bedeutung der einzelnen Ausgaben. Welche der Ausgaben ist für Ihr Unternehmen wirklich wichtig? Welche Ausgaben könnten gekürzt werden, ohne dass Ihr Betrieb irgendeinen Schaden nimmt. Hier gilt der alte Händlergrundsatz: Der Gewinn liegt im Einkauf!

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In unseren Beratungen orientieren wir uns an unseren nachfolgenden Empfehlungen, die wir in mittlerweile fast unzähligen Einzelberatungen und Analysen in den letzten zwei Jahrzehnten justiert haben. Ich verzichte auf eine Detailbegründung der jeweiligen Größenordnung. Für uns stand stets nur die Frage an: Welche Ausgaben benötige ich in welcher Betriebsgröße im Durchschnitt, um das eigene Unternehmen schlank, aber sehr professionell betreiben zu können.

Hier also zu Ihrer Orientierung die Ritter-Empfehlungen, immer prozentual bezogen auf die Gesamteinnahmen des Betriebs. Wichtig: In den Ausgabenquoten sind nur die betrieblichen Ausgaben enthalten. Den Unternehmerlohn (bzw. das Geschäftsführergehalt) haben wir herausgerechnet, um Rechtsformen übergreifend Benchmarks benennen zu können. So ist – um vergleichen zu können – bei juristischen Personen (GmbH, AG) der eigene Wert um diesen Betrag zu korrigieren.

  • Vermittler bis 50.000 Euro Erlöse
    ca. 40% Betriebsausgabenquote
  • Vermittler bis 150.000 Euro Erlöse
    ca. 45% Betriebsausgabenquote
  • Vermittler bis 250.000 Euro Erlöse
    ca. 50% Betriebsausgabenquote
  • Vermittler bis 500.000 Euro Erlöse
    ca. 60% Betriebsausgabenquote
  • Vermittler über 500.000 Euro Erlöse
    sehr individuell, oft um 70% Betriebsausgabenquote

Nochmal: Aufgrund der Verschiedenheit einzelner Betriebe, aufgrund Ihrer Individualität kann es sein, dass Sie mit den benannten Größen nicht ansatzweise hinkommen, dass Sie viel mehr Ausgaben haben. In diesem Fall empfehle ich Ihnen zumindest, das „Warum“ zu analysieren.

Andererseits ist ebenso zu prüfen, ob Sie auf dem Fundament Ihrer Ausgaben ausreichend Einnahmen erzielen. Hierfür braucht es durchgehend systematische Vertriebsabläufe. Haben Sie diese? In sehr vielen Fällen sind die Ausgaben völlig in Ordnung, allein die vertriebliche Konzentration, das Engagement auf Außendienst fehlt.

Wenn Ihre Betriebsausgabenquote um Lichtjahre drunter liegt, Sie viel weniger Ausgaben haben, ist das natürlich erst einmal sehr gut. Fragen Sie sich dennoch ebenfalls nach dem „Warum“. Es könnte sein, dass Sie über Jahre hinweg notwendige Investitionen vermieden haben und Sie dadurch natürlich eher wenig Ausgaben, dafür aber eine hohe Rendite haben, Ihr Unternehmen aber zugleich auf der Stelle tritt. Ihr Betrieb wächst vielleicht nur noch unerheblich, wenn überhaupt. Beides, sowohl zu hohe als auch zu niedrige Betriebsausgaben, sollte Ihnen also auffallen. Was Sie daraus machen, entscheiden Sie! Allein oder mit Ihrem Berater. Oder mit uns. Unsere verschiedenen Vorgehensweisen finden Sie hier.

Danke für Ihre Zeit, Ihnen eine schöne Woche
und viele Grüße von meiner heutigen Kurzvisite in unserem Institut

Ihr Steffen Ritter

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Vorausschau – Die nächsten Themen in der Reihe „Ausgaben“:

  • Tatsächliche Betriebsausgabenquoten der Branche

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2 Antworten zu “IHRE AUSGABENQUOTE? Ausgaben Versicherungsagentur, Ausgaben Versicherungsmakler (3)”

  • Ronny

    Guten Tag, Herr Ritter!

    Dazu habe ich eine konkretisierende Frage:
    Sind in den angegebenen Quoten bereits die Steuerbelastungen mit eingerechnet? Wenn ja, sind darin sowohl betriebliche als auch private Steuern beinhaltet?

    Ich zähle zur Kategorie bis 50.000 Euro. Meine direkten Ausgaben betragen 14%, Afa zusätzl. 5% sowie die gesamte Steuerbelastung bei ca. 13%, sodass ich die angegebenen 40% nur annähernd erreiche, wenn ich alles zusammenzähle.

    Ich bitte um Aufklärung.

    Viele Grüße,
    Ronny

  • Steffen Ritter

    Hallo Ronny,

    in der Quote ist nur die betriebliche Steuerbelastung enthalten (d.h. die Gewerbesteuer). Ihre Quote ist deshalb deutlich unter dem Benchmark, weil Sie persönlich aus meiner Sicht keine eigenen Personalkosten haben. Sie sind Kundenberater in einem Vermittlerbetrieb und haben den großen Vorteil, keine derartigen Ausgaben tragen zu müssen. Kämen diese theoretisch hinzu (Innendienst), wäre Ihre Quote nahe am Wert von 40 Prozent. Sie nutzen insofern den (Kosten-)Vorteil, in einem Betrieb als Mitarbeiter zu agieren.

    Viel Erfolg wünscht Ihnen
    Ihr Steffen Ritter

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