Seit 12 Jahren bin ich hier bei Meyer (Name geändert). Am Anfang war es richtig schön, nicht ganz so viele Kunden, einfach überschaubar. Mein Chef hatte auch noch mal Zeit für ein Gespräch. Heute ist es nur noch hektisch. Klar, wir sind erfolgreich. Ich glaube sogar, ganz weit vorn. Und hier vor Ort in bester Lage, der Platzhirsch in Versicherungen.

Jetzt muss ich noch schnell einkaufen. Bis 18 Uhr hat unser Büro geöffnet, der Supermarkt bis 19 Uhr. Die Wege auf dem Land sind kurz, das geht immer noch. Wenn’s mal länger wird, hab ich aber ein Problem. Dann heißt es, zu Hause anrufen, damit mein Großer das Wichtigste einkauft. Mit seinen 12 Jahren kann er das. Dieses ganze Drumherum ist den meisten gar nicht klar, zu Hause beginnt dann meine zweite Schicht. Natürlich muss die Firma laufen. Aber es gibt eben noch ein Leben neben der Firma.

Seit unser Unternehmen immer größer wird, habe ich eine ganze Menge Aufgaben vom Chef übernommen. Meistens ohne Erklärung, wie ich sie eigentlich machen soll. „Das kannst Du schon.“ sagt er dann und fährt zum Kunden. Arbeiten im Blindflug nenne ich das. Da ich immer mehr Aufgaben habe, als ich schaffen kann, hänge ich dauerhaft hinterher. Wobei, auch er hat immer mehr zu tun. Manchmal schreibt er mir kurz vor 23 Uhr noch eine Mail, gesund ist das nicht. Ich lese sie dann ja erst am nächsten Morgen. Neues Personal tut Not, da haben wir schon mal drüber gesprochen. Das war’s aber auch.

Unser Betrieb braucht einfach mehr Organisation, dann liefe einiges viel besser. Klar zuordnen, wer was zu tun hat. Klar bestimmen, wie was zu laufen hat. Am besten aufschreiben. Mein Chef ist Vollblut-Verkäufer, alles Organisatorische ist nicht so seins. Dabei heißt Organisation ja auch, unsere Kunden organisierter zu betreuen. Das bringt mit Sicherheit auch mehr Geschäft. Er will nur, dass es läuft. Und wenn es nicht läuft, muss eben länger gearbeitet werden. Dass dies auf Dauer keine Lösung ist, muss ich ihm noch beibringen. Mal sehen, ob’s klappt.

So, ich muss los …

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Liebe Blog-Leser!

Auch diese Infos sind aus dem Einstieg aus einer Beratung – diesmal die Sicht des Innendienstes – nochmals neu formuliert. Zum Nachdenken.

Viele Grüße von der Insel Rügen
und dem Entwicklungstage-Finale 2010
Ihr Steffen Ritter

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