Je kleiner ein Unternehmen ist, umso unklarer sind Mitarbeitern oft die Anforderungen, die an sie gestellt werden. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass der Chef in viele Aufgaben noch involviert ist, so dass ein Mitarbeiter sich mit halber Kraft und Leistung immer hinter diesem „starken Rücken“ verstecken kann. Darüber hinaus fehlt vielen Vermittlern häufig schlichtweg Organisation.

Wenn Ihr Mitarbeiter nur mittelmäßige Leistungen bringt, sind folgende zehn Fragen zur „Ursachenforschung“ empfehlenswert.

  1. Kennt Ihr Mitarbeiter seinen Aufgabenbereich?
  2. Kennt Ihr Mitarbeiter eindeutig seine fünf, acht (oder mehr) Hauptaufgaben?
  3. Kennt Ihr Mitarbeiter die Zielsetzungen (quantitativ oder qualitativ), an denen seine Leistungen in diesen Aufgaben gemessen werden?
  4. Kennt Ihr Mitarbeiter die Priorität innerhalb seiner Aufgaben, weiß also, welche Aufgabe im Zweifel vorgezogen werden muss?
  5. Kennt Ihr Mitarbeiter die Bedeutung seiner Aufgaben für den Gesamterfolg Ihres Unternehmens?
  6. Ist Ihr Mitarbeiter seinen Aufgaben inhaltlich gewachsen oder benötigt er praxisnahes Training oder gezielte Weiterbildung?
  7. Erhält Ihr Mitarbeiter von Ihnen unmittelbare, aber sachliche Kritik bei mangelhaften Leistungen oder Lob bei guten Ergebnissen?
  8. Geben Sie Ihrem Mitarbeiter Feedback zu seinen Leistungen in regelmäßigen Entwicklungsgesprächen?
  9. Macht Ihr Mitarbeiter die Aufgaben, die Sie ihm übertragen haben gern?
  10. Identifiziert sich Ihr Mitarbeiter mit Ihrem Geschäftsfeld, mit Ihrem Unternehmen und arbeitet gern für Sie als Chef?

Mit diesen zehn Fragen kommen Sie der Mittelmäßigkeit Ihres Mitarbeiters zumindest auf die Spur. Möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich ist, dass auch bei Ihnen als Inhaber manches Versäumnis in der Führung Ihres Mitarbeiters vorliegt.

Die Antwort ZUM WEITEREN VORGEHEN

Meine Empfehlung: Machen Sie sich anfangs selbst Gedanken zu allen zehn Fragen. Kritisch, auch selbstkritisch. Führen Sie dann ein offenes Gespräch mit Ihrem Mitarbeiter oder Ihrer Mitarbeiterin. Schildern Sie Ihre Sichtweise, aber klagen Sie nicht an! Schaffen Sie im Gespräch eine Atmosphäre, in der Ihr Mitarbeiter sich öffnet. Fragen Sie, hören Sie zu!

Treffen Sie dann klare Vereinbarungen. Machen Sie beide Ihre Hausaufgaben. Ein – oft personell eher kleiner – Vermittlerbetrieb kann sich einen Mitarbeiter, der mit halber Kraft unterwegs ist, nicht leisten. Ziel muss sein, Ihren Mitarbeiter aus dem Mittelmaß heraus zu entwickeln.

Aber Achtung: Wenn Sie bereits im Gespräch oder in der Entwicklung in den folgenden Wochen erkennen, dass alle gemeinsamen Bemühungen sich nicht lohnen, sind Sie als Chef gefragt. Prüfen Sie im Zweifel nochmals Ihr Vorgehen. Und wenn alles nichts bringt: Trennen Sie sich von Ihrem Mitarbeiter!

Beste Grüße aus Much bei Köln sendet Ihnen
Ihr Steffen Ritter

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