„Netzwerken“ ist nicht jedermanns Sache. Mit Anderen Kontakte knüpfen liegt auch nicht jedem. Lassen Sie mich die Frage allgemein beantworten, die individuelle Übersetzung auf Ihre ganz besondere Situation bleibt dann Ihnen, als Leser, vorbehalten.

Häufig erreichen mich Mails oder Briefe mit ungefähr diesem Inhalt:

Sehr geehrter Herr Ritter,

bitte erlauben Sie mir, dass ich Ihnen mit diesem Schreiben mein Unternehmen vorstelle. Wir sind das Unternehmen … und bieten das Produkt … (die Dienstleistung …).

Eine Zusammenarbeit mit Ihrem Institut würde mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Natürlich steht das nicht exakt so in den Schreiben drin, aber so ähnlich. Da stellt also jemand sein Unternehmen oder sein Produkt vor. So wie es 1.000.000 Unternehmen und 1.000.000 Produkte gibt. Er schreibt, dass er gut ist, dass seine Kunden zufrieden sind. Und erwartet dann eine euphorische Reaktion. In den Mails oder in den Briefen steht selten bis nie drin, welchen Vorteil eine Zusammenarbeit unserem Institut bringt. Hier geht es gar nicht mal zwingend um Geld, wobei – auch das wäre ein Argument.

Der Absender hat das Wichtigste vergessen: Wie dient eine Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen der Qualität UNSERER Arbeit, steigert den Nutzen für UNSERE Kunden oder nützt UNS anderweitig? Stattdessen stellt der Absender SEINE Firma, SEINE einmaligen Produkte vor, und SICH in den Mittelpunkt des Universums. Genau so geht Networking nicht!

Der wichtigste Denkansatz im Networking lautet:

  • Erbringe dem Anderen einen Nutzen!
  • Biete ihm Wert!
  • Forciere sein Geschäft!

Und zwar zu Anfang, weit VOR jeder geschäftlichen Beziehung. Diese entsteht nämlich hieraus. Wenn Sie also im Netzwerken nicht so richtig voran kommen, stellen Sie sich die alles entscheidende Frage:

Wie können Sie, kann Ihr Unternehmen anderen interessanten Geschäftspartnern nützlich sein?

Bevor Sie diese Frage nicht beantworten können, wird Ihr Netzwerken nur spärliche Erfolge bringen. Folgende Gedanken können Sie zu eigenen Ideen anregen, um einen Kontakt – zum Beispiel zu einem anderen Unternehmer – wertbringend herzustellen:

  • Stellen Sie für den Anderen den Kontakt zu einem Ihrer Kunden her, der an dessen Leistung Interesse haben kann!
  • Wenn Sie selbst Kunde bei dem Anderen waren, senden Sie ihm unaufgefordert einen Dankbrief über Ihre Zufriedenheit. Er wird ihn, wenn er gut ist, als Referenz verwenden.
  • Verschaffen Sie ihm Zugang zu wertvollen Informationen, die seinem Betrieb nützen können.
  • Senden Sie ihm den Link zu einer interessanten Internetseite.
  • Senden Sie ihm – mit kurzem handschriftlichem Kommentar – einen interessanten Zeitungsartikel, der ihn interessieren, der ihm helfen wird.
  • Initiieren Sie einen Stammtisch, der Ihrem potenziellen Partner hilft, interessante Kundenverbindungen – auch zu Dritten – zu knüpfen.
  • Entwickeln Sie einen Empfehlungskatalog für Ihre Top-Kunden, in den Sie den Anderen aufnehmen.
  • Initiieren Sie einen Blog im Internet, in dem Sie in einer Kategorie „Top-Empfehlungen“ den Anderen und sein Unternehmen empfehlen.
  • Initiieren Sie ein Jahrestreffen für Ihre Region, zu dem Sie kommunale Politiker, regionale Verantwortliche, Freiberufler und Gewerbetreibende zusammenbringen. Seien Sie der Koordinator.

Die FAST BIBLISCHE Antwort

Sehen Sie die Dinge aus der Sicht, mit den Augen, mit den Wünschen des Anderen! Netzwerken heißt: Erst geben, später nehmen.

Sonnige Grüße von Rügen sendet Ihnen
Ihr
Steffen Ritter

PS. Heute steht wieder der intensive Planungstag im Strandkorb direkt am Meer an. Das Wetter ist hervorragend, die persönlichen Unternehmens-Analysen am gestrigen Tag brachten bereits viele, sehr individuelle Erkenntnisse.

Hier im Blog widme ich mich in der nächsten Tagen spannenden Themen. Auf meinen Plan stehen u.a.

  • Werbeformen, die besonders lohnenswert sind
  • Wann Verkaufsunterlagen wirklich Resonanz bringen
  • Ich bräuchte einen Mitarbeiter, kann mir aber niemand leisten
Share This Post