Ein Merkmal exzellent wachsender Vermittlerbetriebe ist die enorme Einsatzbereitschaft des Inhabers, weit über das normale Maß – was immer das ist – hinaus. Je mehr Erfahrungen Sie sammeln, je mehr Geschäftsmöglichkeiten werden sich Ihnen auftun. Sie werden renommierter, anerkannter Ansprechpartner Ihrer Kunden. Zugleich müssen (und wollen) Sie Ihr Unternehmen organisieren, Ihre Mitarbeiter führen, Ihre Zahlen im Griff haben, Ihre Fachkompetenz weiterentwickeln. Und – obwohl Sie hier und da delegieren, mehr und mehr Aufgaben vielleicht schon abgeben – dennoch bleibt viel zu viel an Ihnen hängen …

Um all dem und noch einigem mehr gerecht zu werden, steigt Ihre Arbeitszeit Jahr für Jahr. Und immer, wenn Sie denken, mehr geht nicht: Es geht doch! Hoffentlich steigen auch Ihre Erträge. Auf der anderen Seite wird Ihr Privatleben immer übersichtlicher. Familie, Freunde, Bekannte – sie müssten einen Termin bei Ihnen vereinbaren, dann haben sie vielleicht eine Chance. Wenn keine wichtige Kundensache dazwischen kommt, das Geschäft geht schließlich vor …

Irgendwann werden Sie nachdenklich, irgendwann werden Sie unzufrieden. Wenn Sie es nicht werden, wird es Ihre Familie. Zudem betreiben Sie wahrscheinlich Raubbau, an sich und an Ihrer Gesundheit. Sie merken es nur nicht. Oder Sie verdrängen es erfolgreich. Die Balance ist Ihnen schlichtweg verloren gegangen. Viele sprechen jetzt von „Burn out“, manchen trifft es mit voller Wucht.

Deshalb ist diese Frage für Sie UND für Ihr Unternehmen so wichtig. Deshalb habe ich bei dieser Antwort erst einmal sehr weit ausgeholt. Ich möchte verdeutlichen, welcher schleichende Prozess hinter der Entwicklung „Geschäft frisst Privat“ liegen.

Die Antwort KLEINER SCHRITTE

Es ist Ihnen wahrscheinlich gelungen, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Nun geht es darum, diesen Erfolg zu sichern und weiter zu steigern. Dazu gehört auch, mit der eigenen Kraft bewusst umzugehen.

Folgende Schritte, damit es klappt, müssen Sie im Normalfall „durchlaufen“:

  1. Notwendigkeit (manchmal schmerzhaft) erkennen
    Jeder Veränderungsprozess beginnt mit der Erkenntnis. Warum sollte ich sonst an den – ja auch mir irgendwie lieb gewonnenen – Gewohnheiten etwas ändern. Viele Selbständige brauchen für diese Erkenntnis den Schmerz. Ich wünsche Ihnen, dass Sie ohne auskommen. Wenn nicht, handeln Sie nach dem Schmerz wenigstens bewusst!
  2. Bewusst Änderungen entscheiden und diese kommunizieren
    Sprechen Sie mit den Beteiligten, sowohl mit Ihrer Familie als auch mit Ihren Mitarbeitern. Planen und kommunizieren Sie Ihre betrieblichen UND Ihre privaten Zeiten. Machen Sie damit Ihre Neuausrichtung verbindlich. Überdenken Sie Ihre Erreichbarkeit für betriebliche Angelegenheiten. Niemand – auch nicht Sie – muss immer verfügbar sein. Lösen Sie sich davon, (freiwilliger) Sklave Ihres Unternehmens zu sein. Es ist nicht kundenunfreundlich, wenn Zeit mit der Familie manchmal die höhere Priorität hat. Im Gegenteil: Es ist normal, 98 Prozent Ihrer Kunden werden Sie verstehen.
  3. Bewusst Entwicklung verfolgen und Rückfälle erkennen
    Der enorme betriebliche Einsatz ist bei Ihnen möglicherweise derart zur Gewohnheit geworden, dass Sie nach ersten Erfolgen wieder „rückfällig“ werden. Wieder beginnt Ihr (weiter wachsendes) Geschäft sich auszubreiten und mehr von Ihnen zu fordern, als gut ist. Bleiben Sie an dieser Stelle wachsam, beobachten Sie die Entwicklung und steuern Sie immer wieder nach.

Die Antwort IN DIE ZUKUNFT

Mancher denkt jetzt vielleicht: Seltsame Antwort, seltsame Empfehlung. Mehr Privatleben, weniger Geschäft – wo ist da das unternehmerische Engagement?

Eine Voraussetzung nachhaltigen Erfolgs – sowohl im Sport als auch im Geschäftsleben – ist die Abwechslung von Leistungs- und Regenerationsphasen. Sichern Sie die Zukunft Ihres Unternehmens, in dem Sie BEWUSST MIT SICH umgehen!

Eine ausgeglichene Woche wünscht Ihnen
Ihr Steffen Ritter

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