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Selbst und ständig oder was?

Immer wieder höre ich in diversen Gesprächen, ein Unternehmer, ein Selbständiger habe die Aufgabe selbst und ständig aktiv zu sein, zu arbeiten. Erst dann kann’s auch was werden. Und ich lerne jede Woche einige kennen, die stolz davon berichten, genau das zu tun. Seit Jahren aktiv, für’s eigene Unternehmen im Einsatz. In Beratungen lerne ich dann auch manchen, der so vorgeht, vor Ort und persönlich kennen.

Heute möchte ich ein paar Gedanken, ein paar Pro’s und Contra’s zu sehr viel Stunden Arbeit pro Tag geben. Und obendrauf bin ich auf Ihr Feedback gespannt, hier im Blog unten als Kommentar (Vielen Dank!) oder auf Facebook unter http://facebook.com/steffenritterlive.

Pro 12 Stunden und mehr

1.
Am Anfang einer Selbständigkeit ist es nicht unnormal, das Privatleben erst einmal etwas zurück zu stellen. Das ist nicht immer einfach, man braucht familiären Rückhalt. Das ist eine Investitionsphase und oft ist sie sehr wichtig. Ich nenne dies Gründungsengagement.

2.
Später können 12 Stunden und mehr auch (manchmal) vorkommen, zum Beispiel dann, wenn Großprojekte anstehen, kurzfristig personelle Engpässe vorliegen. Es also im Sinne des Unternehmens und dessen Beständigkeit einmal notwendig und wichtig ist. Allerdings sollte dies die Ausnahme und nicht die Regel sein.

Contra 12 Stunden und mehr

1.
Die meisten, die derart lang arbeiten, sind währenddessen oftmals sehr unproduktiv. Ein klein wenig mehr Effizienz, ein bisschen bessere Organisation und ein paar andere Gewohnheiten im täglichen Tun können oft schon 2 bis 3 Stunden pro Tag Ersparnis schaffen.

2.
Viele, die grenzenlosen Elan verspüren, merken gar nicht, dass Sie sich selbst aufbrauchen, Ihre Akkus leer machen, schon Ihre Reservebatterie aufbrauchen. Das mag Jahre gut gehen, dann schlagartig nicht mehr. Oft erkennt man diesen Zustand an den Wochenend- und Feiertagskranken. Wann auch sonst bekommt der Körper Zeit zum Auskurieren?

Workaholic oder einsatzbereit?

Einsatz und Engagement ja. Gern auch über normal. Vielen macht zudem ihre Arbeit, ihr Unternehmen schlicht und ergreifend Spaß. Oft ist das auch ein Erfolgsgeheimnis. Insbesondere hier ist aber der schleichende Übergang, sich dennoch unbemerkt zu überfordern, groß. Sehen Sie es einfach anders. Auch die Beschäftigung mit Dingen außerhalb Ihrer Firma bringt Ihnen immer wieder wertvolle Impulse, verschafft Ihnen Weitblick, gibt Ihnen Kraft und Entspannung. All das hilft auch dem eigenen Unternehmen.

Und das sich Unternehmer oft – auch wenn sie nicht arbeiten – im Kopf mit ihrer Firma beschäftigen, kann manchmal ohnehin nicht ausgeschaltet werden. Hier kommen oft die besten Ideen. Zumindest geht es mir so. Aber so viel zu arbeiten, dass es kein Privatleben mehr gibt, ist das sinnvoll? Ist es das wert?

Bin gespannt auf Ihr Feedback,
danke vorab und viele Grüße aus Köln

Ihr Steffen Ritter

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Werfen Sie auch einen Blick auf …

… auf die offenen Termine 2011

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5 Antworten zu “Muss man 12 oder 14 Stunden pro Tag arbeiten?”

  • Alexander Leuthner

    Hallo Herr Ritter,

    ich hoffe Ihnen geht es gut. Zu Ihrem Thema! Muss man 12 oder 14 Stunden pro Tag arbeiten? Ich empfehel das Buch „die 4 Stunden Woche“ von Tim Ferris. Macht viel Spaß.

    Viele Grüße
    Alexander Leuthner

  • Uwe Ewerling

    Hallo Herr Ritter,

    vor der Festlegung der Dauer der Arbeitszeit halte ich es für wichtig, festzulegen was Arbeitszeit ist. 2 Beispiele: rechne ich die jewils 1/2-1 Stunde Anfahrt ins Büro/zum Kunden als Arbeitszeit? sind Pause(n) für Essen, Gedanken schweifen lassen, Wartezeiten Arbeitszeit?

    Häufig relativiert sich das Thema Arbeitszeit dann.

    Viele Grüße aus dem Bergischen Land

  • Steffen Ritter

    @ Alexander Leuthner: Das Buch von Timothy Ferriss bietet wirklich sehr gute Impulse!

    @ Uwe Ewerling: Ich empfinde jede Zeit, die ich nicht bewusst privat oder für mich nutzen kann als Arbeitszeit. Zudem ist Arbeitszeit gerade für Unternehmer ja nicht zwingend etwas schlechtes, wenn die Arbeit Spaß macht. Aber auch dann sind natürlich die Balance und der Ausgleich sehr wichtig.

  • Jörg Strube

    Ob es nun täglich 12 oder 14 Stunden Arbeitszeit sein müssen, dass muss sicher auch jeder für sich entscheiden. Aber sicher ist doch nun mal, dass ohne einen hohen Aufwand (zeitlich, körperlich, geistig) kein maximaler Erfolg zustande kommen wird.
    Das beweisen viele Karrieren erfolgreicher Personen. Diese hatte sicher immer Systeme im Hintergrund, aber eines verbindet doch alle erfolgreichen Menschen, nämlich der hohe Arbeitseinsatz. Und hier muss wieder jeder für sich selbst entscheiden, wo er seine eigenen Grenzen / Ziele setzt.
    Generell ist bei einem Unternehmer sicherlich jede Zeit, die nicht bewusst privat genutzt wird Arbeitszeit, oder kann man bei einer Fahrt an die Arbeit nicht an genau diese denken?
    Tipp: Hörbücher hören, bevorzugt sogar Comedy.Hörbücher. Lachen entspannt!

  • Steffen Ritter

    Denke, lieber Herr Strube, Sie haben Recht!

    Wobei der übermäßig lange Einsatz gesund bleiben sollte, damit der Körper nicht schon auf die Reservebatterie umschaltet und alsbald dann die Akkus auf längere Zeit unaufladbar runter gefahren sind.

    Manchem Unternehmer oder Vertriebler fehlt da die Selbst-Wahrnehmung, und dann wird das gefährlich …

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