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Mitarbeiter einstellen? Besser nicht!

Was soll das, werden Sie jetzt denken. Und Sie haben Recht. Insbesondere aus Sicht des Institut Ritter, welches das wachsende Unternehmertum klar im Fokus hat, eine seltsame Aussage.

Und dennoch, ich bleibe dabei: Stellen Sie auf keinen Fall Mitarbeiter ein, …

  • … nur, weil Ihnen Ihre Arbeit über den Kopf wächst
  • … nur, weil Sie Ihre Kunden nicht mehr so wie früher betreuen können
  • … nur, weil Sie kaum noch Privatleben haben

Viele Unternehmer machen es genauso. Mitarbeiter als notwendiges, aber ungewolltes Übel. „Musste sein …“ höre ich häufig in meinen Vorträgen und Veranstaltungen. „Ich konnte es nicht mehr länger aufschieben, ich brauchte wen …“

Viele stellen Mitarbeiter ein, ohne auch nur im Ansatz die Voraussetzungen einer erfolgreichen Zusammenarbeit hergestellt zu haben. Von der Not gedrungen, unvermeidbar, es ging nicht mehr länger ohne, haben sie sich für einen Mitarbeiter entschieden.

Und er war da, versuchte sein Bestes. Groß einarbeiten war nicht. Zu viel Arbeit eben. Muss irgendwie selbst klar kommen. Schließlich mussten Sie das früher auch! Wer sich da nicht selbst durchwurstelt ist eh nicht zu gebrauchen. Irrtum! Großer Irrtum! Unternehmerischer Blödsinn! Großer Blödsinn!

Ihr Mitarbeiter will ja (wahrscheinlich) kein Unternehmer werden. Er möchte für Sie, in Ihrem Betrieb SEINE Aufgaben machen. Aber welche sind das? Ein Schätzwert aus den Beratungen, die mein Institut Woche für Woche durchführt:

  • Weniger als 10 Prozent aller Mitarbeiter können anfangs genau sagen, für welche (zum Beispiel) fünf Kernaufgaben Sie eingestellt wurden.
  • Und selbst nach fünf Jahren retten sich die meisten Mitarbeiter in Einzelgesprächen unserer Beratungen in die Aussage: „Meine Aufgaben sind nicht klar bestimmt. Das geht auch gar nicht. Ich mache alles, was anfällt. Wir haben dermaßen viel zu tun …“

Das klingt nicht gerade nach gut organisiertem Betrieb! Das klingt nach ausgewachsenem Chaos, welches Leute verbrennt, ihnen die Motivation raubt, zur Unzufriedenheit führt. So werden zutiefst defizitäre Mitarbeiter geboren. Mitarbeiter, mit denen Sie nie zufrieden sein werden, sie aber dennoch bezahlen müssen. Steht so im Vertrag.

Also: Machen Sie Ihre Hausaufgaben. Vorher.

Drei Varianten vor dem „Mitarbeiter einstellen“

Das Minimalprogramm, Variante M

  • Notieren Sie sich die Aufgaben, die von Ihrem (neuen Mitarbeiter) übernommen werden sollen.
  • Kennzeichnen Sie die wichtigsten, von deren erfolgreicher Erledigung die langfristige Zusammenarbeit abhängt.

Die gute Lösung, Variante L

  • Machen Sie sich Gedanken, wie viel Zeit pro Aufgabe realistisch notwendig ist, um nicht ab Start zu überfordern.
  • Notieren Sie stichpunktartig, welche Aspekte und welche Schrittfolge pro Aufgabe zu beachten sind.

Die sehr gute Lösung, Variante XL

  • Beschreiben Sie für Ihren Mitarbeiter den Ablauf aller Aufgaben, die er zu erledigen hat.
  • Benennen Sie die Werte/Größen/Indikatoren, an denen seine Leistung gemessen wird.

Und noch etwas obendrauf …

  • Wie arbeiten Sie ein?
  • Wie stellen Sie die Führung sicher?
  • Und wenn Ihr Unternehmen schon etwas größer ist: Gibt es Vertretungen?

Aufgaben, über Aufgaben. Sie müssen nicht alles sofort perfekt machen. Sie können durchaus Erfahrungen sammeln. Viele von Ihnen, liebe Ritterblog-Leser(innen), haben sicher auch schon manche Erfahrung gemacht. Das ist wichtig, jeder Unternehmer hat auch das Recht zu lernen, Dinge mal suboptimal anzugehen, Fehler zu machen. Wer keine Fehler machen will, sollte an der Kasse zum Erwerbsleben den Unternehmerschein besser wieder abgeben. Also machen Sie auch Fehler … und lernen Sie aus ihnen! Aber trennen Sie sich von der Vorstellung, einen Mitarbeiter zu finden, der ohne jede Hausaufgabe von Ihnen, ohne jede Vorarbeit Ihrerseits nach kurzem „funktioniert“ und Sie können arbeiten wie bisher – so, als wären Sie noch allein. Wenn das Ihr Wunsch ist:

Stellen Sie auf keinen Fall einen Mitarbeiter ein! Ihnen und Ihrem Mitarbeiter zuliebe …

Viele Grüße aus dem Institut Ritter
Ihr
Steffen Ritter

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Ich freue mich, wenn Sie den Ritterblog weiterempfehlen. Nehmen Sie mich doch ins CC (steffen.ritter@institutritter.de), wenn Sie Kollegen oder Vertriebspartnern eine Empfehlung („Lies mal www.ritterblog.de“ reicht ja schon) per Mail senden.

Danke Ihnen vorab!

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