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… Das ist heute ein etwas längerer Blog-Beitrag. Ich freue mich sehr, wenn Sie sich die Zeit nehmen, ihn zu lesen. Zudem wird am heutigen Montag nochmals live am Layout des Blogs gearbeitet. Dies nur zur Info …


Die einmalige Gründungszeit

Können Sie sich noch an Ihre Gründung erinnern? Für manchen liegt sie wahrscheinlich schon wahnsinnig lange zurück, für andere scheint es gestern gewesen zu sein. Für wieder andere war es gestern.

Zur Gründungsphase ist für einen Unternehmer alles neu. Mal sehen, ob es gelingt einen Kunden zu gewinnen. Wenn das Telefon klingelt, eine wahre Freude. Da will jemand etwas. Da kommt schon mal das Gefühl eines funktionierenden Unternehmens auf. Für unser Institut lag die Gründung in 1992 … das ist schon etwas her. Damals hießen wir noch Ritter-Seminare. Wir, das war damals ich, um genau zu sein.

Ganz am Anfang steht die Akquisition neuer Kunden auf Platz 1, nahezu unangefochten. Die Kundenbetreuung ist noch ziemlich übersichtlich, so viel Kunden gibt es ja gar nicht. Die Administration – abgesehen von den Gründungsformalitäten – hält sich auch in Grenzen. Der Schreibtisch ist noch recht aufgeräumt.

 

Die Arbeit nimmt zu … und zu … und zu …

Für alle die Unternehmen, die es wahrscheinlich schaffen werden, betrieblich erfolgreich zu sein, nimmt fortan die Arbeit zu. Und sie nimmt weiter zu. Die anderen Unternehmen – bei denen die Arbeit nicht zunimmt – verabschieden sich wieder vom Markt. Bei den erfolgreichen Betrieben dehnt sich die Arbeit zunehmend aus. Die Abende im Büro werden länger. Die langen Abende werden häufiger. Später kommt ein halber Samstag hinzu, später noch ein Viertel Sonntag. Dann scheint die Lösung darin zu liegen, doch stets richtig früh ins Büro zu gehen. Am besten schon um 7.00 Uhr. Da ist es noch ruhig, da kann man noch was wegarbeiten. Bevor der Stress beginnt …

Viele Unternehmer versäumen es, in dieser Phase die ersten Aufgaben abzugeben. Der Inhaber macht alles selbst, er kann es auch am besten. So wahr das ist, diese Wahrheit beschränkt die eigene unternehmerische Entwicklung auf das, was der Inhaber selbst erledigen kann. Mehr ist eben nicht drin. Oft bei einer Wochenstundenzahl, die oberhalb der kühnsten Erwartungen liegt, die man auch von keinem Mitarbeiter erwarten könnte. Aber es heißt ja selbst und ständig, oder? Der größte Irrtum. Wer selbst und ständig arbeitet, ohne sich Gedanken zu machen, in welcher besseren Organisation, in welcher sinnvolleren Konstellation es heute anders und erfolgreicher geht, der arbeitet an seinen Möglichkeiten vorbei. Er ist fleißig. Und das war‘s.

 

Mitarbeiter … der Schlüssel zum Glück?

Ja, aber leider nicht bei jedem. Viele stellen Mitarbeiter ein, nur weil sie überfordert sind. Und glauben, wenn sie einen Mitarbeiter gefunden haben, löst sich das Problem. Nach zwei Jahrzehnten eigener Unternehmensentwicklung und nach zwei Jahrzehnten Erfahrung in Beratungen, Trainings und Vorträgen: Stellen Sie nicht ein, bevor Sie nicht die fünf oder zehn Kernaufgaben benennen können, die der oder die neue Mitarbeiter(in) erledigen soll. Stellen Sie nicht ein, bevor Sie im Detail wissen, wie der oder die neue Mitarbeiter(in) die Aufgabe erledigen soll. Im Idealfall machen Sie es schriftlich.

Geben Sie dann die Aufgaben wirklich ab. Sie müssen Aufgaben vollumfänglich loswerden, um sich selbst zu 100 Prozent in die nächste Aufgaben-Qualitätsstufe entwickeln zu können. Wer die Aufgaben eines Sachbearbeiters erledigt, wird auch als Sachbearbeiter bezahlt. Und Sachbearbeiter haben keine Sachbearbeiter, sie können sich keine leisten.

Sie haben als Inhaber eines Vermittlerbetriebs nach einigen Jahren umfangreiche Erfahrungen und Know-how im erfolgreichen Vertrieb angesammelt, der Sie wertvoller macht als „Ablage erledigen“ oder „Ordnerschilder anfertigen“. Wenn Sie es dennoch machen, weil keiner Ordnerschilder besser anfertigen kann als Sie, dann geben Sie sich diesen Wert und begrenzen zugleich Ihre Unternehmensentwicklung. Später können es die „einfachen Kunden“ sein, die nicht mehr Ihre Kunden sein sollten. Und dieses Spiel geht weiter, für alle die sich entwickeln …

Viele Unternehmer sagen dann, wenn ihr Unternehmen in die Jahre kommt und noch kein wirklicher Entwicklungsschritt machbar war, dass sie es sich auch nie leisten konnten. Tatsächlich ist es zumeist so, dass diese Unternehmer in den zurück liegenden Jahren nach allen Ausgaben – privat sowie betrieblich – noch keine oder nicht genügend Rendite erzielt haben, die sie bereit waren, in einen solchen Entwicklungsschritt zu investieren. Oder, wenn die Bereitschaft gegeben war und es schief ging, dass diese negativen Erfahrungen nicht genutzt wurden, um es im zweiten oder dritten Anlauf besser zu machen. Die meisten heute erfolgreichen Unternehmer machen solche Erfahrungen. Übrigens, ich auch.

Das Spannende ist in Deutschland, dass man Unternehmensentwicklung nicht lernen kann. Weder in der Schule, noch später. Bis auf: Bei uns, natürlich …

😉

 

Mein Resümee aus 20 Jahren

Mein persönliches Resümee aus zwei Jahrzehnten Unternehmensentwicklung: Gehen Sie es an! Wagen Sie den Schritt, sich zu entwickeln! Trauen Sie sich zu, Aufgaben abzugeben! Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern! Binden Sie diese ein! Und entwickeln Sie sich und Ihre Mitarbeiter weiter!

Zugleich gilt: Verlieren Sie nicht aus den Augen, Ihren eigenen Wert als Chef oder als Chefin, damit meine ich die Wertigkeit der Aufgaben, die Sie selbst machen, immer wieder neu zu überprüfen. Wenn Sie aus bestimmten Aufgaben nicht herauswachsen, kann auch kein anderer hineinwachsen. Und wenn Sie diese Aufgaben immer noch ein bisschen mit selbst erledigen, wird der andere diese Aufgaben auch nie als „seine“ Aufgaben ansehen. Für die er verantwortlich ist, nicht Sie. Sie wiederum haben die Verantwortung für das Ganze, keine Frage. Erst wer loslässt, hat die Hände wieder frei. Werfen Sie Ballast ab, um mit Ihrem Heißluftballon „Unternehmen“ weiter aufzusteigen.

Bei all dem passieren Ihren Mitarbeitern auch mal Fehler. Fehler, die Sie (vielleicht) nicht gemacht hätten. Das ist aber kein Grund, Aufgaben nicht abzugeben. Natürlich: Mit der Beschreibung von Aufgaben können Sie dieses Risiko senken. Sie können es nie ausschließen! Unternehmen, in denen über Jahre keine Fehler passieren, entwickeln sich über Jahre zumeist nicht weiter. Oder Sie sind einfach perfekt. Glückwunsch!

Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihre unternehmerische Wachheit nicht verlieren und Ihren Wert immer wieder steigern! Sorgen Sie dafür, dass Sie neugierig bleiben, die vielen großen und kleinen Aufgaben Ihres Geschäfts (noch) besser zu machen! Sorgen Sie dafür, dass Sie in Ihrem Markt und bei Ihren Kunden die Nr. 1 werden oder bleiben!

 

Nochmal selbständig machen?

Wenn ich selbst auf die letzten zwanzig Jahre zurückblicke, unser Unternehmen hat sich enorm verändert. Es ist mit den Anfangsjahren nicht mehr vergleichbar. Bis auf unsere Strategie, die ist gleich geblieben. Und auch ich habe mich verändert. So wie sich jeder Mensch verändert, der Erfahrungen sammelt. Bis auf meine Grundwerte, die sind gleich geblieben.

Und nochmal selbständig machen? Ja, sofort. In diesem Markt, in Ihrem Markt. In unserem Markt. Danke für Ihr Vertrauen! Wir machen weiter …

 

Kurz vor dem Start einer spannenden Woche
in Wiesloch, Wuppertal, Dortmund und Potsdam

Ihr/Euer Steffen Ritter

 

PS.

Im Mai nächsten Jahres wir das Institut Ritter 20 Jahre. Der 2012er Versicherungsmagazin-Fachtag findet aus diesem Grunde am 3. Mai 2012 in Erfurt statt. Sind Sie dabei?

Am besten heute bereits voranmelden unter info@institutritter.de.

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