Durch Kündigung!

Gut, das klang jetzt etwas unsozial. Es war auch nicht so kalt gemeint. Lassen Sie mich die ganze Geschichte erzählen. Sie ist etwas länger. Und sie beginnt viel früher.

So könnte es gewesen sein: Am Anfang war ein von seinen immer mehr werdenden Aufgaben oft überforderter Vermittler, der manche dieser Aufgaben nicht mehr schaffen konnte. Irgendwann war die Überforderung so groß, dass der Schritt zum eigenen Mitarbeiter unvermeidbar war. Während der Vermittler im Kundensuchen Erfahrung hatte, war er im Mitarbeitersuchen Dilettant. Weder die zu erledigenden Aufgaben standen eindeutig und schriftlich fest, noch wurden die Kernanforderungen beschrieben, die der Mitarbeiter unbedingt erfüllen musste. Irgendwann war aber jemand da, ob zufällig oder in einem der Bewerbergespräche. Und siehe da, es erfolgte der Zuschlag. Und das Problem schien gelöst.

Die Einarbeitung war kurz und schmerzlos, schließlich wird das Geld draußen verdient. Und alles Weitere wird sich finden. Ganz zu Beginn musste sich der Vermittler ja auch durchkämpfen. Mit etwas Engagement klappt das. Mangelnde Führung führte aber zu falschen Prioritäten. Falsche Prioritäten führten nach einiger Zeit zu falschen Gewohnheiten. Und falsche Gewohnheiten wurden irgendwann fest wie Beton.

Was können Sie tun? Rein vorsorglich können Sie sich schon einmal dafür entscheiden, aus Ihren Erfahrungen zu lernen. Noch sollten Sie Ihrem Mitarbeiter aber eine Chance geben.

  1. Vermitteln Sie sachbezogen und verständlich Ihre Erwartungshaltung!
    Ihr Mitarbeiter weiß im Zweifel gar nicht, woran Sie genau ihn messen, welche Aufgaben Sie genau von ihm erwarten. Klären Sie das unmissverständlich! Ihr Mitarbeiter hat ein Recht hierauf. Holen Sie nach, was Sie versäumt haben.
  2. Erfragen und verstehen Sie die Sicht Ihres Mitarbeiters!
    Interessieren Sie sich für die Sicht Ihres Mitarbeiters. Zum Zusammenarbeiten, noch mehr zum Führen gehört dazu, die Beweggründe des Anderen wirklich nachvollziehen zu können.
  3. Erfragen Sie, ob Ihr Mitarbeiter sich Ihren Erwartungen stellen kann und will!
    Sie wiederum haben das Recht, zu erfahren, ob Ihr Mitarbeiter Ihrer Erwartungshaltung gerecht werden kann, ob er Ihre Zielstellungen erfüllen will. Nur dann hat alles Weitere einen Sinn.
  4. Erfragen Sie, welche Fähigkeiten und welche Hilfestellungen notwendig sind!
    Einzigartige Manager haben das Zeug dazu, mittelmäßige Mitarbeiter zu überdurchschnittlichen Leistungen zu führen. Dazu gehören der stärkengerechte Einsatz und die Entwicklung weiterer, notwendiger Fähigkeiten Ihres Mitarbeiters. Unterstützen Sie hierbei. Ansonsten ist es Ihr Geld, was Sie in sinnlosen Personalkosten versenken!
  5. Eliminieren Sie Störfaktoren für beste Leistungen!
    Möglicherweise würde der Mitarbeiter Leistungen (in Ihrem Sinne) erbringen, aber „irgendetwas hält dauerhaft davon ab“. Erfragen und eliminieren Sie eventuelle Rechtfertigungsgründe. Sorgen Sie (nach Möglichkeit) für beste Rahmenbedingungen!
  6. Steuern Sie Ihren Mitarbeiter, wertschätzen Sie Erfolge, benennen Sie Fehler!
    Und nun geht’s drum! Ihr Mitarbeiter braucht Feedback, Ihr Mitarbeiter braucht weiter Anleitung. Auch wenn es schön wäre, einen komplett selbständigen Mitarbeiter ohne jeden Führungsbedarf zu haben. Diese Sorte ist zum einen sehr selten anzutreffen, zum anderen wird ein kleines Unternehmen schnell abhängig. Dies gilt umso mehr, wenn Ablaufsysteme und Aufgabenbeschreibungen fehlen.

ACH SO, die Antwort ZUR FRAGE

Sie haben alles getan, vielleicht sogar mehrfach? Und alles hat nichts gebracht? Wie können Sie sich dann von Ihrem Mitarbeiter trennen?

Durch Kündigung. Formulieren Sie Ihre Entscheidung sachbezogen und vorwurfsfrei, vor allem gleich zum Start des Gesprächs. Erläutern Sie dann Ihre Gründe. Ein Gespräch dieser Art macht keinem Chef Spaß. Aber es ist wichtig. Seien Sie konsequent.

Viele Grüße aus Köln
Ihr Steffen Ritter

Gleich beginnt unsere offene Veranstaltung „Automatisch mehr verkaufen“, ein wirklich spannendes Seminar. Es ist komplett ausgebucht, vielleicht nehmen Sie ja an einem offenen Ritter-Seminar im nächsten Jahr teil? Blockieren Sie sich den 27. April 2010?

Morgen widme ich mich zum ersten Mal der Rubrik „2 Minuten Ritter“.
Etwas kürzer und zum Nachdenken …

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